Eigentlich wurde der »Pavillon der Hoffnung« nur für die Expo 2000 gebaut. Doch für den Unternehmer Lutz Ahlers ist der Expowal zum Seelenort geworden.
Natürlich hatte Lutz Ahlers den »Pavillon der Hoffnung« schon während der Weltausstellung im Jahr 2000 besichtigt. Und natürlich hatte das langgezogene Bauwerk mit der Form eines Walkörpers seine Wirkung schon damals nicht verfehlt. Doch im November 2004 wurde der Expowal sein zweites Zuhause.
Nach der Weltausstellung wurde die Eventlocation »Expowal« vom Landesverein für Innere Mission übernommen. Und in der Familie Ahlers gab es einen traurigen Anlass für einen »Walsonntag«, diese sehr besondere Art von Gottesdienst, die dort seitdem abgehalten wurde: Die Mutter von Lutz Ahlers’ Ehefrau war verstorben. Das Paar saß in dem lichtdurchfluteten Saal und lauschte den Worten der Predigt, die eine Textzeile von Udo Lindenberg zum Thema hatte: »Hinterm Horizont geht’s weiter«. Durch die breite Fensterfront ließen die beiden ihre Blicke über das Naturschutzgebiet schweifen, das sich hinter dem Gelände der Messe Hannover erstreckt. Und sie sahen, wie der Expowal seine kunstvoll gestaltete stählerne Schwanzflosse über den kleinen See hinter dem Pavillon erhob. »Wir haben einfach nur dagesessen«, erinnert sich Lutz Ahlers. »Und es tat gut.«
Im Raum Hannover kennt man Lutz Ahlers anders: als agilen Geschäftsmann
aus einer traditionsreichen Kaufmannsfamilie – ein Riese von Gestalt, mit kräftigem Händedruck und breitem Lachen. Die zehn Standorte, deren Eigentümer er ist – fünf Rewe- und fünf Nahkauf-Märkte –, beschäftigen insgesamt 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. »Wenn ich erzähle, dass ich die Gottesdienste im Expowal besuche, dann glaubt mir das keiner«, sagt er. »Offensichtlich entspreche ich so gar nicht dem Bild des typischen Kirchgängers.«
Auch der Expowal entspricht nicht dem Bild eines typischen Gotteshauses.
Anstelle eines Kirchenschiffs gibt es einen ovalen Saal mit höhlenartig gewölbtem Dach, der dem Inneren eines Wals nachempfunden ist. Für Musik sorgt eine Band, für das leibliche Wohl gibt es einen Gastrobereich. Denn nach den »Walsonntagen« wird gemeinsam Mittag gegessen. Für Lutz Ahlers ist das Engagement im Expowal heute ein Ehrenamt, das er mit Leidenschaft ausfüllt. Bei Veranstaltungen ist er tatkräftig dabei, als Ansprechpartner für betriebswirtschaftliche und zwischenmenschliche Fragen ist er nicht mehr wegzudenken.