Hanns-Lilje-Stiftungspreis
Freiheit und Verantwortung

Hanns-Lilje-Stiftungspreis 2013 in den Kategorien Wissenschaftspreis und Initiativpreis vergeben


Die Verleihung des Hanns-Lilje-Stiftungspreises erfolgte am 27. Mai 2013 vor über 200 geladenen Gästen in der Neustädter Hof- und Stadtkirche in Hannover. Die Festrede hielt der Wittenberger Theologe und Bürgerrechtler Dr. h.c. Friedrich Schorlemmer zum Thema: „Mut zur Meinung: Wie streitbar muss Kirche sein?“. Die Laudationes hielt Prof. Dr. Axel Horstmann, Vorsitzender des Kuratoriums der Hanns-Lilje-Stiftung.

Der Hanns-Lilje-Stiftungspreis „Freiheit und Verantwortung“ wurde zum Thema „Die Zukunft von Politik und Gesellschaft“ bundesweit ausgeschrieben. Seit 2011 wird er zu wechselnden Themen verliehen. Er ist mit 20.000 Euro der höchstdotierte Preis im Bereich Kirche, Theologie und Gesellschaft, den kirchliche Stiftungen in Deutschland an Nachwuchswissenschaftler/innen und Initiativen verleihen.

Kategorie: Wissenschaftspreis

Preisverleihung (Wissenschaftspreis 2013) an Frau Dr. Monica Schreiber

Preisverleihung (Wissenschaftspreis 2013) an Frau Dr. Monica Schreiber
(Foto: Jens Schulze)


In der Kategorie Wissenschaftspreis wurde Dr. Monica Schreiber für ihre Dissertation „Kirche und Europa. Protestantische Ekklesiologie im Horizont europäischer Zivilgesellschaft“ ausgezeichnet.

Die evangelischen Kirchen sind, so die Autorin, durch ihre Einbettung in den unterschiedlichen europäischen Kontexten zwar bestens gerüstet; sie sollten sich allerdings als solche konstruktiv in ihrer Vielfalt wahrnehmen und entsprechend organisieren und auftreten. Denn nur so könne es gelingen, das zivilgesellschaftliche Engagement der Kirchen auf europäischer Ebene zu verbessern und gleichzeitig politisch Verantwortliche handlungsleitend zu informieren.

In seiner Laudatio begründete Prof. Dr. Axel Horstmann, Vorsitzender des Kuratoriums der Hanns-Lilje-Siftung, die Wahl der Jury wie folgt: „Nach Auffassung der Jury verbindet die Arbeit in innovativer Weise dialogisch die theologische Binnensicht der Kirchen mit politischen, soziologischen und kulturgeschichtlichen Deutungen Europas, ohne die jeweilige Eigenlogik preiszugeben. Das überzeugende Ergebnis kann in gewisser Weise als Handbuch für die kirchliche Europapolitik wie auch der Wahrnehmung der kirchlichen Strukturen durch politisch Verantwortliche auf europäischer Ebene dienen. Nach Auffassung der Jury erfüllt die Arbeit damit die Anforderungen des Hanns-Lilje-Stiftungspreises geradezu beispielhaft.“

Kategorie Initiativpreis

Preisverleihung (Initiativpreis 2013) an den 'Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche'

Preisverleihung (Initiativpreis 2013) an die „Ökumenische
Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche“ (Foto: Jens Schulze)


Der Hanns-Lilje Stiftungspreis 2013 in der Kategorie Initiativpreis wurde an die „Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche“ verliehen. Das Netzwerk der Kirchenasylbewegung in Deutschland setzt sich für die Bewahrung der Menschenrechte und der Menschenwürde von Flüchtlingen ein. Dazu gehören u.a.

  1. theologische, rechtliche und praktische Beratung von Kirchengemeinden,

  2. Information der Öffentlichkeit durch Stellungnahmen, Pressearbeit und Publikationen,

  3. Tagungen und Fortbildungen für die vor allem ehrenamtlich Engagierten,

  4. Netzwerkarbeit mit verantwortlichen Stellen in Gesellschaft, Politik und Kirchen,

  5. Dokumentation und Auswertung von Kirchenasylen.

Dazu arbeitet die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft mit rund 50 Menschenrechtsorganisationen zusammen. Auch auf europäischer Ebene kooperiert sie mit zahlreichen zivilgesellschaftlichen Initiativen und Institutionen.

Das hohe, christlich motivierte Engagement in konkreten Fällen wie auch in öffentlichen Debatten zugunsten von Flüchtlingen hat die Jury überzeugt, insbesondere auch die Zusammenarbeit mit anderen Initiativen, Menschenrechtsgruppen und Institutionen auf nationaler wie auf internationaler Ebene. Die Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche tritt konsequent für die Menschenwürde und die Durchsetzung von Menschenrechten ein. Als zivilgesellschaftlicher Akteur gestaltet sie die Zukunft von Politik und Gesellschaft. Damit werden, so das Urteil der Jury, die Anforderungen des Hanns-Lilje-Stiftungspreises in hervorragender Weise erfüllt.

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