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Hanns-Lilje-Stiftungspreis Freiheit und Verantwortung verliehen

Die Tübinger Volkswirtin und Theologin PD Dr. Gotlind Ulshöfer und die Kölner Theologin Dr. Claudia Fülling teilen sich den Hanns-Lilje-Stiftungspreis in der Kategorie Wissenschaft in Höhe von 10.000 Euro. Drei Projekte werden in der Kategorie Initiativen mit Preisen bedacht: Das hannoversche Projekt „5.000 Brote – Konfirmanden backen Brot für die Welt“ erhält 5.000 Euro. Der Bonner Verein für eine gerechte Weltwirtschaft, Südwind e.V., und der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer aus Karlsruhe bekommen jeweils 2.500 Euro.

Hanns-Lilje-Stiftungspreis 2017

Mehr als 200 Gäste feierten in der Neustädter Hof- und Stadtkirche in Hannover die Preisträger des „Hanns-Lilje-Stiftungspreises Freiheit und Verantwortung 2017“ im Rahmen des Hanns-Lilje-Forums. Die Auszeichnung wird seit 2011 von der hannoverschen Hanns-Lilje-Stiftung verliehen. Mit 20.000 Euro ist er der höchst dotierte Preis, den kirchliche Stiftungen an Nachwuchswissenschaftler und Initiativen vergeben. Ausgezeichnet wurden diesmal herausragende wissenschaftliche Arbeiten und Projekte, die sich innovativ mit Fragen der Bedeutung der Wirtschaft für unser Leben auseinandersetzen.

Die Theologinnen Dr. Claudia Fülling aus Köln und PD Dr. Gotlind Ulshöfer aus Tübingen nahmen am Abend die Auszeichnungen für ihre herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten zu den Themen Empathie im Wirtschaftshandeln und soziale Verantwortung in Unternehmen in Empfang.

In der Kategorie herausragende Initiativen gab es gleich drei Sieger: Das Projekt „5.000 Brote – Konfirmanden backen für Brot für die Welt“ vom Evangelischen Verband Kirche Wirtschaft Arbeitswelt erhielt einen Preis. Ebenfalls ausgezeichnet wurden die Tätigkeit des Bonner Ver-eins Südwind und des Karlsruher Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer, die sich für eine gerechtere Weltwirtschaft einsetzen bzw. den Dialog von Unternehmern, Wirtschaftsverantwortlichen und Kirche über gesellschaftspolitische Fragen fördern. Mit der Auszeichnung durch die Hanns-Lilje-Stiftung wurden die Initiativen gleichzeitig für den Deutschen Engagementspreis nominiert, mit dem besonderes bürgerschaftliches Engagement gewürdigt wird.

Alle zwei Jahre wird der „Hanns-Lilje-Stiftungspreis Freiheit und Verantwortung“ zu wechseln-den Themenschwerpunkten verliehen. Ziel der Hanns-Lilje-Stiftung ist es, so den Dialog von Kirche und Theologie mit Wissenschaft, Technik, Wirtschaft, Kunst und Politik zu fördern und zukunftsorientierte Debatten anzuregen. Eine siebenköpfige Jury aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen wählte die Preisträger aus.

Die Begründungen der Jury: Wissenschaftspreis.

Preisträgerinnen Hanns-Lilje-Stiftungspreis Freiheit und Verantwortung ausgeschrieben

Die Stiftungspreisträgerinnen 2017 (Foto: Jens Schulze)

1. Dr. Claudia Fülling erhält für ihre Arbeit mit dem Titel „Theologische Wirtschaftsethik der Empathie“ 5.000 Euro


Die Dissertation von Dr. Claudia Fülling überzeugte die Jury durch ihren innovativen Ansatz, ihr exzellentes Niveau und ihre Relevanz für die Bildungsarbeit an Schulen. Ihr gelingt es sehr überzeugend, einen doppelten Beitrag zur wirtschaftsethischen Debatte zu leisten: Sie führt zum einen den Begriff der Empathie in die gegenwärtigen Debatten ein. Zum anderen weist sie nachdrücklich die religionspädagogische Relevanz des Themas aus. Die Arbeit zeichnet sich insbesondere durch innovative Vorschläge für den Transfer wirtschaftsethischer Urteilsbildung an den Lernort Schule aus.
Dr. Claudia Fülling ist Theologin und leitet das Gymnasium am Wirteltor in Düren (NRW).

2. PD Dr. Gotlind Ulshöfer erhält für ihre Arbeit „Soziale Verantwortung aus protestantischer Perspektive“ 5.000 Euro

Mit ihrer Habilitation beeindruckt PD Dr. Gotlind Ulshöfer die Jury durch ihre außerordentliche Versiertheit sowohl im ökonomischen als auch im theologischen Diskurs und ihre Brillanz, in der sie beide Stränge konzeptionell neu zusammenführt. Damit leistet die Verfasserin einen exzellenten Beitrag zum Diskurs über Corporate Social Responsibility (CSR). Sie hinterfragt den CSR-Diskurs wirtschaftsethisch und theologisch und profiliert ihn zugleich neu. Das hat für eine zeitgemäße Ethik sozialer Verantwortung geradezu exemplarische Bedeutung, weil Unternehmen als moralisch verantwortliche Akteure ausgewiesen werden. PD Dr. Gotlind Ulshöfer ist Diplom Volkswirtin und Theologin und zurzeit „Heisenberg-Stipendiatin“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Universität Tübingen.

Die Begründungen der Jury: Initiativpreis.

Hanns-Lilje-Stiftungspreis Freiheit und Verantwortung ausgeschrieben

Stiftungspreis Veranstaltung 2017 (Foto: Jens Schulze)

Den Initiativpreis vergibt die Jury in unterschiedlichen Teilen an:

„5000 Brote – Konfirmanden backen Brot für die Welt“ – ein Projekt des Evangelischen Verbands Kirche Wirtschaft Arbeitswelt in Hannover: 5.000 Euro

18.000 Konfirmandinnen und Konfirmanden erleben durch die Auseinandersetzung mit der Lebenssituation von Jugendlichen aus anderen Ländern, der Beschäftigung mit Grundnahrungsmitteln und insbesondere durch das eigene Backen, das Einwerben und Weitergeben von Spenden einen Kreislauf, der dem Leben dient. Globale wirtschaftliche Zusammenhänge werden sichtbar und fassbar. Bei alledem unterstützen sie Gleichaltrige, deren Grundbedürfnisse auf Nahrung und Bildung oft eben nicht gestillt werden. Ein sehr kreatives und außerordentlich wirkungsvolles Projekt!

„Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer e.V. (AEU), Karlsruhe: 2.500 Euro

Dem AEU gelingt es, Führungskräfte in Unternehmen für Glaubensfragen zu sensibilisieren und in Glaubensfragen zu vergewissern. Er bietet damit in einzigartiger Weise ethische Orientierung und fachlichen Austausch für unternehmerische Entscheidungen auch in Krisensituationen. Darüber hinaus beteiligt er sich an der kirchlichen und gesellschaftspolitischen Meinungsbildung zu wirtschafts- und sozialethischen Fragen. Ein Gewinn für die Unternehmen, die Kirche und die Gesellschaft!

Südwind e.V., Institut für Ökonomie und Ökumene, Bonn: 2.500 Euro

Der Verein Südwind schafft es seit über 25 Jahren komplexe und teils erdrückende Sachver-halte zu greifbaren Themen kommunikativ herunterzubrechen und Handlungsoptionen anzubieten. Südwind erreicht damit Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Verantwortliche in Politik und Wirtschaft. So arbeitet Südwind an alternativen Wirtschaftsmodellen bis hin zur Einrichtung von Fonds bei etablierten Banken für ethisch verantwortliches Investment. Eine zivilgesellschaftliche Erfolgsgeschichte!

Mitglieder der Jury des Hanns-Lilje-Stiftungspreises:

Prof. Dr. Ulrike Grote, Leibniz Universität Hannover, Institut für Umweltökonomie und Welt-handel; Prof. Dr. Marco Hofheinz, Leibniz Universität Hannover, Institut für Theologie und Re-ligionswissenschaft; Dr. med. Heiner Ruschulte, Oberarzt an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover; Dr. Stephan Schaede, Direktor der Evangelischen Akademie Loccum; Prof. Dr.-Ing. Jürgen Vogel, Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim (HAWK); Prof. Dr. Gerhard Wegner, Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD); Prof. Dr. Christoph Dahling-Sander, Sekretär der Hanns-Lilje-Stiftung (geschäftsführend).

 


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